Wenn Sie älter als etwa 40 Jahre sind, dann sind Sie wahrscheinlich noch in der "alten Denkschule" aufgewachsen:
Man lernt einen Beruf, den man sein Leben lang ausübt. Wenn Sie also gelernter Buchhalter sind, aber für Ihr Leben gerne Musik machen würden ... Pech gehabt, einmal Buchhalter, immer Buchhalter ... hör auf, von anderem zu träumen! Sei Realist, sei kein Träumer!
Das Schlüsselwort dieser Denkschule ist Arbeitsplatz. "Vorhandene Arbeitsplätze bestimmen deinen Beruf."
Die Zeiten haben sich geändert, und mit ihnen die Berufswelt. Fast nichts ist heutzutage so unsicher wie der "Arbeitsplatz".
Heute gilt eine andere Denkschule, und dank Internet und Globalisierung schließen immer mehr Mensch sich ihr an:
Wenn du wirklich von Herzen Musik machen willst - und dich unter Musikern wohl fühlst - dann hast du viel bessere Aussichten auf Erfolg, als würdest du dich noch sehr anstrengen, in der Buchhaltung eine Spitzenkraft zu sein.
Das Schlüsselwort in dieser Denkschule ist Liebe. "Tu das, was du wirklich liebst, und das Geld kommt von selbst".
Oh je, Liebe ... was für ein Wort! Was wird nicht alles als Liebe bezeichnet! Affenliebe, Menschenliebe, Mutterliebe, Hassliebe ... wer findet sich da noch zurecht?
Ich will hier keine wissenschaftlich-philosophische Abhandlung vorlegen, aber wir sollten uns doch erst Klarheit über diesen viel gebrauchten Begriff schaffen, wie er hier gemeint ist, bevor wir uns den Aspekten seiner praktischen Anwendung zuwenden.
OK - sind Sie bereit? Betrachten wir Liebe als ein geistiges Phänomen, als etwas, das im Geistigen etwa die gleiche Rolle spielt, die Energie im Physischen spielt.
Energie ist "das Potential Arbeit zu leisten", also in der physischen Welt eine Leistung zu vollbringen. Energie lässt sich nicht erzeugen, nur wandeln.
Liebe ist das "Potential aus Nichts etwas zu schaffen", also im Grunde ganze Welten zu erschaffen. Liebe ist grenzenlos, weder an Ort noch Zeit gebunden, hat keinerlei physische Eigenschaften (wie Farbe, Geschmack, Menge, Größe ...), aber unendliches Potential.
Liebe ist Wohlwollen, Freiheit, Schenken ... ist schöpferisches Potential. Liebe steht in dem Augenblick zu Verfügung, wo eine Person den magischen Gedanken "ich bin" fasst. Liebe schwindet in dem Maße, wie Zweifel über dieses "ich bin" sprießen ... und mit schwindender Liebe versiegt die schöpferische Macht.
Wenn Ihre Liebe der Musik gehört, möchten Sie Geld, Zeit, Energie - vielleicht sogar Ihr Leben! - der Musik widmen. Wenn Sie (im angeführten Sinne) lieben, was Sie tun, dann werden Sie lange durchhalten, um es zum Erfolg zu bringen, weil Liebe Sie stark und kreativ macht.
SIE selbst sind die Quelle der schöpferischen Kraft, dank Ihres Beschlusses "ich bin ...". Es macht Ihnen nichts aus, Überstunden zu machen ... Sie lieben es sogar und finden den Tag einfach viel zu kurz.
Verlassen wir die Musik und wenden wir uns dem Geschäft zu. Gilt hier das gleiche Prinzip? Darauf können Sie wetten!
Ihr Herz hängt - sagen wir - an der finanziellen Versorgung und Absicherung der Menschen. Sie verstehen sich als Finanzberater und wissen einfach, "ich bin Finanzberater!" - dann macht es Ihnen Freude, auch noch am Abend einen Kunden aufzusuchen und für ihn das optimale Konzept auszuarbeiten.
Sie kennen alle Anlagemöglichkeiten und lieben es, diese für Ihre Kunden auszureizen. Und Ihre Kunden spüren das ... die würden lieber eine Tagesreise auf sich nehmen, als sich einem anderen Berater anzuvertrauen!
Als Finanzberater sind Sie "in Ihrem Element" ... wie langweilig und ermüdend und Kräfte-zehrend war dagegen Ihr erlernter "Beruf" des Buchhalters!
Was wird nun als Ihr Geschäft, Ihr Betrieb, den größeren Erfolg versprechen: Buchhaltung oder Finanzberatung?
In welchem Bereich werden Sie mit mehr Eifer, Interesse und Freude sich weiterbilden, um auf dem Laufenden zu sein?
Doch ganz so einfach spielt das Leben nicht. Das Leben ist abenteuerlich und stellt uns immer neue Aufgaben. In Ihrer Stadt gibt es schon doppelt so viele Finanzberater als gebraucht werden, aber alle Firmen brauchen dringend Buchhalter ... Sie sehen schon, worauf es hinausläuft: Der Markt.
Die Buchalterei könnte vielleicht doch sehr erfolgreich sein, selbst wenn Sie die Arbeit hassten. (Ob es Sie glücklich macht und ihre Kunden mit Ihnen zufrieden wären, ist eine ganz andere Frage!)
Was können wir daraus wirklich ableiten? Dieses:
JA, wenden Sie sich dem zu, was Sie lieben, aber suchen Sie sich eine Gegend, in der Ihre Leistungen (oder Produkte) wirklich gebraucht werden.
Das Internet kann Ihnen sehr wohl diese (virtuelle) Gegend bieten.
Der nächste Aspekt, den Sie beachten sollten:
Können Sie Ihr Geschäft (Ihre Leistung, Ihre Produkte) mit drei Worten erklären? Wenn Sie eine Menge Erklärungen geben müssen, bevor Ihr angehender Kunde das Konzept versteht, dann schwimmen Sie stromaufwärts - sehr Kräfte-raubend und erschöpfend.
Wenn Sie sich also für ein Geschäft entscheiden, sollten Sie sicherstellen, dass es etwas ist, das Sie lieben, dass es einen wirklich vorhandenen Bedarf deckt und dass Ihre Kunden rasch und klar verstehen, was Sie zu bieten haben - und in dieser Reihenfolge.
Das sollte nicht zu schwierig sein ... oder? Aber sind nicht die meisten großartigen Geschäftsideen schon in anderen Händen?
Hier kommt ein weiterer Aspekt für den angehenden Unternehmer ins Spiel: Der Gedanke der Nische, des Nischenmarktes.
Eine Nische ist ein kleiner, begrenzter Bereich, zum Beispiel in einer Mauer, einem Zimmer; ein Nischenmarkt ist ein kleiner spezialisierter Sektor eines größeren Marktes, zum Beispiel für "koscheres Fleisch".
Sie haben also die Geschäftsidee gefunden, die Ihre Liebe hat, für die es potentielle Kunden (einen Markt) gibt, und die von diesen Leuten verstanden wird - und jetzt suchen Sie Ihre besondere Nische.
Märkte im Trend werden immer enger begrenzt:
- Am Anfang gab es Informationen für "Unternehmer",
- dann spezielle für "kleineUnternehmen",
- dann kamen Informationen für "Heimgeschäfte",
- jetzt gibt es spezielle Informationen über "Heimgeschäfte für Mütter",
- vielleicht kommen als Nächstes Spezialinformationen für "Heimgeschäfte katholischer Mütter" ...
- und dann vielleicht Ratgeber für "Heimgeschäfte katholischer Mütter von Teenage-Töchtern" -
Sehen Sie, wohin der Zug fährt? Nischenmärkte.
Nehmen wir an, Sie lieben gesunde Ernährung und möchten sich ein Webunternehmen schaffen. Beginnen Sie mit einer Marktforschung:
- Was gibt es bereits?
- Mit welcher Konkurrenz muss ich rechnen?
- Welche Nischen könnte es geben?
Im Web finden Sie möglicherweise zig-Tausend Anbieter einschlägiger Produkte. Aber wie viele Sites sind spezialisiert auf "Spurenelement-reiche Nahrung?" Oder auf die Person des Konsumenten zugeschnittene Programme von Nahrungsergänzung?
Wie gehen Sie vor? Engen Sie Ihre Suche (d.h. Marktforschung) ein, und verbreitern Sie von da wieder.
Nehmen Sie zum Beispiel "illustrierte Tischkalender":
- Da mag es welche für "Tierliebhaber" geben (eingeengt); von hier könnten Sie ...
- einengen auf "Katzenliebhaber" oder "Hundeliebhaber", und wieder
- verbreitern auf "Tischkalender für den Liebhaber deutscher Schäferhunde" oder "... der schönsten Labradors".
Fassen wir zusammen:
Bevor Sie sich für irgend ein "vielversprechendes" Webgeschäft entscheiden (die ja zu Tausenden angeboten werden!), gehen Sie in sich und finden Sie die Antwort auf die alles entscheidende Frage:
"Wer (oder was) will ich wirklich sein?"
Dabei kann Ihnen die Frage "was würde ich am liebsten tun?" viel helfen, die Antwort auf die erste Frage zu finden. Vielleicht fällt es Ihnen überhaupt von Anfang an leichter, wenn Sie sich "endlich Ihrem Kindheitstraum" zuwenden und beschließen, das zu tun, was Sie immer schon tun wollten.
Was leider viel zu viele Menschen in dieser Phase vergessen, ist ihr eigenes Grundbedürfnis … jeder will glücklich sein, und dennoch wählen sie ein Geschäft, das ihnen im Tausch gegen ihr Glück Geld einzubringen verspricht. Und so sind sie leicht willens, auf ihr Glück "vorübergehend" zu verzichten … bis der "Leidensdruck" zu groß wird.
Die nächsten Fragen, die Sie klären sollten, lauten:
"Was soll der Gegenstand (Zweck) meines Geschäfts sein?"
"Welchen Dienst will ich meinen Kunden leisten?" Und ...
"Wie erkläre ich diesen Dienst?"
Arbeiten Sie daran, bis Sie Ihren Dienst in einem einfachen Satz, den die Leute sofort verstehen, (mit wenigen Worten) ausdrücken können.
Im Leben gibt es so etwas wie ein Gesetz, das besagt: "Form fließt aus dem Sein" - oder "Sein schafft die Form" - das würde bedeuten, dass sich die Form, in der Ihr Geschäft entsteht und läuft, sich direkt aus dem ergibt, was Sie (in Ihrem Selbstverständnis) sind und mit Liebe erfüllen.
Für Ihre Planung bedeutet dies, dass Sie in der Planung NICHT die Details Ihres Geschäfts festlegen sollten, sondern das Grundlegende, das große Ganze. Und Sie sollten darauf vertrauen, dass die endgültige Form sich im Zuge dessen, was Sie als genau jene Person, als die Sie sich verstehen, im Lauf der Tage tun, nahezu "automatisch" ergeben wird.
Schließlich suchen Sie Ihren Nischenmarkt und legen ihn fest.
Ihr Markt ist nur der Ort, an dem Sie Ihren Dienst "an den Mann bringen" wollen ... das sollte NICHT die maßgebliche Größe für Ihre Entscheidung sein! Dennoch ... das beste Produkt findet auf dem falschen Markt keinen Käufer! Aber auch ein durchschnittliches Produkt findet am richtigen Markt seine Käufer.
Vergessen Sie nicht, dass beim Finden Ihrer Nische vor allem Ihre Kreativität gefordert ist!
Die Quelle der Kreativität ist Ihre Liebe zur Sache! Natürlich spielt Kreativität (und Liebe) auch bei der Bestimmung Ihres Geschäftszweckes (Ihres Dienstes) eine wichtige Rolle, aber hier könnte es gerade so gut geschehen, dass Sie ein schon vorhandenes Produkt in IHRER speziellen Eigenschaft auf IHRE spezielle Weise vermarkten und verkaufen.
Diese drei Elemente -
- Ihr Sein (Selbstverständnis),
- Ihr Dienst und
- Ihr Markt
- bilden den Boden, auf dem Sie Ihr Geschäft und Ihren Erfolg bauen. Doch nach meiner Überzeugung sind sie noch nicht das Fundament für Ihren Erfolg, sie sind nur der Grund, in den Sie das Fundament senken und darauf das "Gebäude" Ihres Geschäfts errichten werden.
Das "große Geheimnis" eines jeden großen Geschäftserfolges aber liegt im Fundament und in der inneren Stabilität des Geschäftsgebäudes - damit ist aber nicht das materielle Gebäude, das Haus, gemeint, sondern das geistige Gebäude.
Und was bilden das Fundament und die innere Stabilität eines solchen Gebäudes?
Es ist Ihr Ethos (Ihre Gesinnung), mit der Sie Ihr Geschäft errichten und betreiben.
Die für Ihre geschäftliche (und nicht nur diese, sondern die schlechthin insgesamte) Lebensqualität wohl wichtigsten Elemente sind
- Ihre Fachkenntnis,
- Ihre einschlägigen Fertigkeiten und
- Ihr Maß an Verantwortlichkeit.
Sie mögen über die beste Geschäftsidee verfügen ... sie wird in den Händen einer Person, die sich nicht um Kenntnis, Fertigkeit und Verantwortlichkeit kümmert, zu nichts führen.
Nur wer in seinem Fach wirklich kundig ist - und sich laufend kundig hält (fort- oder weiterbildet) - kann immer verantwortlich handeln und seine Kenntnisse fruchtbar einsetzen.
Die "Fundamentale Erfolgskunde" (www.lernkultur.com/fek/) nennt in klar gegliederten, aufbauenden Kapiteln eine Reihe von Gesetzmäßigkeiten, die es Ihnen leicht machen, ein erfolgreiches Geschäft aufzubauen und zu betreiben.
(Wird fortgesetzt!)
Auf Ihren großen Erfolg im Geschäft und im Leben!
Ihr Administrator MarketingNet
Helmut W. Karl